Harderberger SV fehlen noch 92.000 Euro

Sieben Punkte sind im Sozial-, Schul-, Sport- und Kulturbereich nach den Haushaltsberatungen im Fachausschuss noch offen. Darunter sind auch die 92.000 Euro, die noch für Realisierung des Kunstrasenplatzes in Harderberg finanziert werden müssen, für den 220.000 Euro aus Bürgerfondsmitteln bereitstehen.

Georgsmarienhütte. Eigentlich schien es so, als wenn der Rat im Dezember mit der Berücksichtigung des Harderberger Kunstrasen-Projekts bei den Bürgerfondsmitteln den Deckel draufgemacht hätte. Doch die Finanzierung der dem SV Harderberg noch fehlenden Restsumme von 92.000 Euro sorgt für Fragezeichen.

Eigentlich ist das Thema auch nicht im Fachbereich Soziales, Schule, Sport und Kultur angesiedelt, sondern der Bürgerfonds fällt in den Aufgabenbereich der Stabsstelle von Bürgermeister Ansgar Pohlmann, der am Ende die hier anstehenden Vorhaben präsentierte. Die SPD/FDP-Gruppe hatte hier im Vorfeld der Sitzung den Antrag gestellt, zur Realisierung des Kunstgrün-Spielfeldes am Schulzentrum einen „ergänzenden Zuschuss von 90.000 Euro bereitzustellen“.

Gegengerechnet wird hier ein Betrag von knapp 75.000 Euro, der sonst von der Stadt für die Umgestaltung des Tennenplatzes von der Stadt aufzuwenden gewesen wäre. Die Summe hat allerdings nicht im Haushalt 2016 gestanden, sodass es hier keine Einsparung gibt, wie Fachbereichsleiterin Cordula Happe erläuterte.

„Über die 92.000 Euro müssen wir noch sprechen“, machte er Donnerstagabend deutlich und verwies darauf, dass dies auch dem Sportverein bekannt sei, der sich an den veranschlagten Gesamtkosten von 376.000 Euro bisher mit 30.000 Euro in Form von Sponsorgeldern sowie 31 200 Euro durch Eigenleistungen beteilige. Pohlmann mit Blick auf den SPD-Antrag: „Jetzt ist die Politik am Zug.“

Von den CDU-Vertretern wird eine Erhöhung des Stadt-Zuschusses in dem Umfang abgelehnt. Ausschussvorsitzender Ruthemeyer: „Der SV Harderberg ist auf dem falschen Weg. Hier ist der Verein gefragt, Wege zu finden, die Lücke zu schließen“, empfahl er dem Sportverein, sich in angrenzenden Kommunen über mögliche Aktivitäten zu informieren. Fraktionskollege Christoph Gröne, der im Rat noch den Bürgerfonds-Weg mitgetragen hatte, erklärte: „Bei der Summe werde ich nicht mehr zustimmen.“

Grünen-Vertreterin Petra Funke blieb bei der grundsätzlichen Ablehnung: „Wir haben das im Rat schon abgelehnt, da es kein Bürgerprojekt ist. Noch mal mehr Geld ist mit uns nicht zu machen.“

Die SPD/FDP-Gruppe kann sich jetzt vorstellen, eventuell noch einmal den benötigten Betrag als Bürgerfonds-Mittel in den Haushalt zu stellen. Es soll aber zunächst noch einmal mit dem Vereinsvorstand über eine höhere Eigenbeteiligung gesprochen werden, bevor der Punkt Anfang Februar wieder auf die Tagesordnung kommt.

Rund zweieinhalb Stunden hatte der Ausschuss für Kultur, Schule, Soziales, Jugend und Sport zuvor am Donnerstagabend die Punkte mit Beratungsbedarf im Fachbereichsbudget diskutiert. Im Ergebnishaushalt, der die laufenden Ausgaben umfasst, sind das zum Beispiel Punkte wie die von der SPD/FDP-Gruppe beantragten 25.000 Euro für eine GMHütter Elternbefragung zur Einführung einer IGS gewesen, falls diese nicht im Südkreis durch den Landkreis erfolgt.

Hier gab es im Ausschuss keine Mehrheit für eine Beschlussempfehlung, sondern ein Stimmenpatt, was Ablehnung bedeutet. Nicht zur Abstimmung kamen von der CDU beantragte 14.000 Euro für die Unterhaltung eines Jugendmobils, das in der offenen Jugendarbeit zum Einsatz kommen sollte, da die Bereitstellung von 35.000 Euro für die Anschaffung des Fahrzeugs abgelehnt wurden.

Noch offen sind hier jetzt die Positionen 30.000 Euro für die Instandsetzung des siebten Raumes der Kita St. Maria Kloster Oesede in der Außenstelle Edith-Stein-Haus sowie die von der Linke-Fraktion beantragten 100.000 Euro, um günstigere Bus-Tarife für GMHütter Sozialpass-Inhaber zu ermöglichen. Beide Themen werden noch einmal in den Fraktionen beraten.

Im Investitionshaushalt besteht vor der endgültigen Beschlussempfehlung zum Fachbereichsbudget in der Sitzung Anfang Februar noch bei vier Punkten Klärungsbedarf. Das sind zum Beispiel 36.000 Euro, die von der Kirchengemeinde Herz Jesu als zusätzlicher Zuschuss wegen Baukostensteigerungen bei der St.-Georg-Kindertagesstätte beantragt wurden.

Auch hinsichtlich des von SPD/FDP-Gruppe, Grünen-Vertretern und Linken statt eines Jugendmobils favorisierten festen Jugendtreffs in Holzhausen sind noch Gespräche in den Fraktionen nötig. Statt des Antragsansatzes von 90.000 Euro sind am Donnerstag von der Verwaltung die ermittelten Kosten mit mindestens 250.000 Euro beziffert worden.

Außerdem offen: die von der SPD/FDP-Gruppe beantragten zusätzlichen 200 000 Euro für die Sanierung der Alten Wanne sowie ein Betrag von 20.000 Euro für ein Projekt aus dem Jugendforum. Das könnte die Einrichtung eines Dirtparks oder die Wiederbelebung des Soundkitchen-Angebots sein. FDP-Vertreter Friedrich Ferie brachte hier auch ein Comeback der Medienwerkstatt als Möglichkeit ins Gespräch.

Am Donnerstag, 2. Februar, geht die Diskussion im Ausschuss weiter.

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Der Hartplatz an der Grundschule Harderberg, der mit Bürgerfondsmitteln zu einem Kunstrasenplatz werden soll. Es fehlen zur Finanzierung des Projektes aber noch 92.000 Euro.Foto: Jörn Martens

 

NOZ vom Samstag, den 21.01.2017, Seite 9